Dr. med. Christian Lenz, Chefarzt Brustchirurgie, Innsbruck
Nach einer Schwangerschaft, der Stillzeit, einer deutlichen Gewichtsabnahme oder mit den Jahren verändert sich die Brust spürbar: Sie verliert an Spannung, das Volumen verlagert sich nach unten und der obere Brustbereich wirkt leerer. Viele meiner Patientinnen kommen mit demselben Wunsch in die Beratung: Sie möchten eine straffere, stabilere Brustform zurückgewinnen, aber keine Implantate. Genau hier setzt die Kombination aus innerem BH und Autoaugmentation an. Anstatt Volumen von außen hinzuzufügen, wird das vorhandene Gewebe neu geformt und von innen stabilisiert.
ist keine äußere Stütze, sondern eine chirurgische Technik. Dabei wird körpereigenes Brustgewebe so geformt, verlagert und im Inneren der Brust fixiert, dass es die neue Form von innen stützt. Dies ist mit einem körpereigenen Stützband vergleichbar.
dabei wird das vorhandene Brustgewebe nicht entfernt, sondern nach oben verlagert, um im oberen Brustbereich Fülle und Projektion aufzubauen – und das ganz ohne Implantat. Beide Prinzipien lassen sich kombinieren, sofern die Anatomie es zulässt.
Ein innerer BH ist eine Stabilisierungstechnik, die während einer Bruststraffung im Inneren der Brust angelegt wird. Der Begriff ist bildlich gemeint: Während ein gewöhnlicher BH die Brust von außen hält, übernimmt hier das körpereigene Gewebe diese Funktion von innen.
Bei der Variante aus Eigengewebe nutze ich Teile der eigenen Brustdrüse und der darunterliegenden Lederhaut (Dermis). Dieses Gewebe wird nicht weggeschnitten, sondern gelöst, neu geformt und mit stabilen Nähten an tieferen, belastbaren Strukturen der Brustwand fixiert. So entsteht eine innere Hängematte, die das Gewicht der Brust trägt und sie in der angehobenen Position hält. Bei manchen Ausgangsbefunden – etwa sehr schwachem Bindegewebe – kann zusätzlich ein resorbierbares chirurgisches Netz zum Einsatz kommen, das vom Körper im Lauf der Zeit abgebaut und durch eigenes Bindegewebe ersetzt wird. Welche Variante sinnvoll ist, entscheidet sich am individuellen Gewebe, nicht an einer Standardregel.
Der entscheidende Vorteil dieser inneren BH OP: Ein Teil des Gewichts wird von der Haut und den Hautnähten genommen. Das entlastet die Wundränder, kann die Narbenheilung begünstigen und beugt einem zu raschen erneuten Absinken (Ptosis) vor.
Autoaugmentation bedeutet wörtlich „Vergrößerung mit eigenem Gewebe“. Damit ist eine Formgebung ohne Fremdmaterial gemeint. Bei einer erschlafften Brust befindet sich das Volumen meist im unteren Bereich, wodurch das Dekolleté flach wirkt. Bei der Autoaugmentation wird genau dieses tiefer gerutschte Gewebe nicht entfernt, sondern als gestielter Gewebelappen nach oben verlagert und dort fixiert. Das Volumen wandert dorthin, wo es ästhetisch fehlt – in den oberen und mittleren Brustpol.
Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Die Autoaugmentation nutzt das vorhandene Volumen besser, sie erzeugt jedoch kein neues. Es findet eine Umverteilung statt, jedoch keine Vergrößerung im Sinne einer klassischen Brustvergrößerung mit Implantat oder Eigenfett.
Wie dieses Prinzip funktioniert, lässt sich in zwei kurzen Videos gut nachvollziehen: Eines erklärt den Grundgedanken der Autoaugmentation mit Eigengewebe, das andere zeigt, wie körpereigenes Gewebe ohne Implantat für eine natürliche Formkorrektur genutzt wird.
In der Praxis greifen beide Techniken ineinander. Bei einer modernen Bruststraffung verlagere ich zunächst das eigene Gewebe nach oben (Autoaugmentation) und stabilisiere diese neue Form anschließend mit einer inneren Fixierung in Form eines „inneren BHs”, damit sie nicht unter ihrem eigenen Gewicht wieder nachgibt. Diese Kombination aus Bruststraffung mit innerem BH aus Eigengewebe und Autoaugmentation verbindet zwei Ziele: Form und Fülle aus dem eigenen Gewebe sowie eine dauerhaftere Abstützung von innen. Sie kommt vollständig ohne Implantat aus.
Die drei Begriffe lassen sich klar trennen:
Drei Begriffe, die oft verwechselt werden
Was Passiert
Eigengewebe wird in der Tiefe vernäht und fixiert.
Was Passiert
Stabilisierung – Schutz vor erneutem Absinken.
Was Passiert
Vorhandenes Gewebe wird nach oben verlagert und neu modelliert.
Was Passiert
Mehr Fülle und Projektion im oberen Brustbereich.
Was Passiert
Überschüssige Haut wird entfernt, das Gewebe gestrafft.
Was Passiert
Straffere Kontur – ohne innere Umlagerung.
„Bei der Bruststraffung mit innerem BH geht es nicht nur darum, überschüssige Haut zu entfernen. Vielmehr ist entscheidend, wie das vorhandene Brustgewebe geformt, positioniert und stabilisiert wird. Genau deshalb muss die Technik immer zur individuellen Anatomie passen, denn nicht jede Patientin profitiert automatisch von derselben Methode."
Diese Methode ist besonders gut für Frauen geeignet, die über ausreichend eigenes Brustgewebe verfügen, einen Hautüberschuss haben und sich ein natürliches Ergebnis ohne Fremdkörper wünschen. Typische Ausgangssituationen sind eine Brust nach Schwangerschaft und Stillzeit, nach einer größeren Gewichtsabnahme oder bei einem konstitutionell schwachen Bindegewebe. Auch Patientinnen, die mit dem Langzeitergebnis einer früheren Straffung unzufrieden sind, können profitieren.
Ob diese Technik wirklich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Diese beurteile ich gemeinsam mit dir in der Untersuchung: die Hautqualität und -elastizität, das vorhandene Brustvolumen, die Stärke des Bindegewebes, die aktuelle Position der Brustwarzen und – ebenso wichtig – deine konkrete Zielvorstellung. Wer eine deutlich größere Brust möchte, wird mit einer reinen Straffung aus Eigengewebe nicht das gewünschte Ergebnis erreichen.
Bruststraffung mit innerem BH aus Eigengewebe und Autoaugmentation
Die endgültige Eignung lässt sich erst nach persönlicher Untersuchung beurteilen.
Wenn das Grundproblem nicht Hautüberschuss, sondern Volumenmangel ist, stößt die Autoaugmentation an ihre Grenzen. Fehlt schlicht Gewebe, lässt sich daraus keine fülligere Brust formen. In diesem Fall kann eine Brustvergrößerung mit Implantat oder mit Eigenfett – allein oder in Kombination mit einer Straffung – die passendere Lösung sein. Welcher Weg für dich der richtige ist, klären wir anhand deines Befundes und nicht anhand eines vorab festgelegten Konzepts.
Eine Straffung mit innerem BH ist chirurgisch deutlich anspruchsvoller als eine reine Hautstraffung. Es wird nicht nur überschüssige Haut entfernt, sondern das Brustgewebe muss dreidimensional neu modelliert, in die richtige Position verlagert und so stabil fixiert werden, dass die Form auch unter dem Einfluss von Schwerkraft und Gewebespannung erhalten bleibt. Bereits kleine Unterschiede in Spannung, Stielführung und Fixierung beeinflussen Symmetrie, Projektion und Haltbarkeit des Ergebnisses.
Diese Präzision kommt aus Erfahrung. In über 25 Jahren als Brustchirurg und mit mehr als 10.000 durchgeführten Brustoperationen habe ich gelernt, wie unterschiedlich Gewebe reagiert und warum dieselbe Technik bei zwei Frauen sehr verschiedene Ergebnisse liefern kann. Genau diese Einschätzung – welche Methode zu welchem Gewebe passt – ist der Teil der Arbeit, der sich nicht standardisieren lässt.
Uber Den Author
Spezialist für Brustchirurgie und Chefarzt der Schönheitsklinik in Innsbruck. Über 25 Jahre Erfahrung als Schönheitschirurg, mehr als 10.000 durchgeführte Brustoperationen. Mitglied der DGPRÄC (Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie) und der GÄCD (Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland).
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Nach dem Anzeichnen im Stehen werden die geplanten Schnitte gesetzt – je nach Ausmaß des Hautüberschusses um den Warzenhof, als senkrechte Linie nach unten oder zusätzlich in der Unterbrustfalte. Anschließend wird das Gewebe gelöst, der Drüsenkörper neu geformt und nach oben verlagert (Autoaugmentation). Er wird mit inneren Nähten stabilisiert (innerer BH). Die Brustwarze wird in eine harmonische, höhere Position gebracht und bleibt dabei in der Regel an ihre Durchblutung und Nervenbahnen angebunden. Zum Abschluss wird die Haut spannungsarm verschlossen.
Je nach Größe der Brust 3–4 Stunden
Eine Übernachtung; Nachkontrollen nach 1, 2 und 6 Wochen sowie nach 6 und 12 Monaten
z. B. Einladung zum Dinner: ca. 6–7 Tage
ca. 3–4 Wochen
gering bis mittel
In den ersten Tagen sind Schwellungen, ein Spannungsgefühl und leichtes Ziehen normal. Ein stützender BH muss Tag und Nacht getragen werden. Er ist in der Heilungsphase unverzichtbar, da er das Gewebe stabilisiert, in den ersten Wochen aber keinen äußeren Halt ersetzt. Die meisten Patientinnen sind nach etwa sechs bis sieben Tagen wieder gesellschaftsfähig. Auf körperliche Belastung und Sport sollte rund drei bis vier Wochen verzichtet werden.
Narben entstehen bei jeder Bruststraffung, das lässt sich nicht vermeiden. Ihr Verlauf folgt jedoch natürlichen Linien und sie liegen in Bereichen, die im BH oder Bikini verdeckt sind. Durch eine sorgfältige Schnittführung, einen spannungsarmen Verschluss und eine konsequente Narbenpflege verblassen die Narben innerhalb von etwa 12 bis 18 Monaten deutlich. Das endgültige Ergebnis lässt sich erst beurteilen, wenn die Schwellung vollständig abgeklungen ist, was meist nach drei bis sechs Monaten der Fall ist.
Eine Bruststraffung mit innerem BH ist ein etablierter chirurgischer Eingriff, der die allgemeinen Operationsrisiken birgt: Dazu zählen Nachblutungen, Blutergüsse, Wundheilungsstörungen, Infektionen oder Flüssigkeitsansammlungen. Methodenspezifisch können vorübergehende oder – seltener – dauerhafte Veränderungen der Sensibilität von Brustwarzen und Haut auftreten. Ebenso möglich sind eine Beeinträchtigung der Stillfähigkeit, Asymmetrien, eine ungünstige Narbenbildung oder in Einzelfällen eine umschriebene Fettgewebsnekrose. Wie bei jeder ästhetischen Operation lässt sich ein Korrekturbedarf nie vollständig ausschließen.
Ebenso ehrlich muss die Grenze der Methode benannt werden: Der innere BH verlangsamt das erneute Absinken der Brust, er hebt jedoch die Auswirkungen von Schwerkraft, Alterung, Gewebequalität und Gewichtsschwankungen nicht auf. Die Brust bleibt lebendiges Gewebe und verändert sich auch nach einer gelungenen Operation weiter. Eine seriöse Beratung benennt diese Punkte vor dem Eingriff, nicht erst danach.
Eine gute Beratung dreht sich nicht nur um die gewünschte Brustform. Sie ordnet das Gesamtbild ein: Operationsrisiken, den voraussichtlichen Narbenverlauf, mögliche Veränderungen der Sensibilität, die Stillfähigkeit, die realistische Heilungsdauer und die Qualität deines Gewebes. Dazu gehört auch, Alternativen wie eine klassische Straffung oder eine Kombination mit Implantat oder Eigenfett offen zu benennen und die Methode auszuschließen, wenn sie nicht geeignet ist. Mein Anspruch ist eine Entscheidung auf Basis vollständiger Informationen, nicht auf Basis von Versprechungen.
Diesem Ansatz liegt auch meine fachliche Bindung zugrunde: Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC) sowie der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD) arbeite ich nach anerkannten fachlichen Standards.
Bei einem inneren BH handelt es sich um eine chirurgische Stütztechnik, bei der das körpereigene Brustgewebe im Inneren der Brust geformt und mit stabilen Nähten fixiert wird. Im Gegensatz zu einem äußeren BH ist er nicht sichtbar, sondern stabilisiert von innen und soll die angehobene Form halten.
Der innere BH bezeichnet eine Stütz- und Fixierungstechnik, während die Autoaugmentation einen Volumenaufbau durch Verlagerung des eigenen Gewebes nach oben beschreibt. Bei der Straffung werden beide Methoden meist kombiniert: Zunächst wird das Gewebe verlagert und anschließend von innen stabilisiert.
Nein, die Technik nutzt ausschließlich körpereigenes Gewebe. Ein Implantat kommt nur dann zum Einsatz, wenn zusätzlich ein Volumenwunsch besteht, der sich mit Eigengewebe allein nicht erfüllen lässt. Dies wird individuell entschieden.
Diese Methode ist vor allem für Frauen mit ausreichend eigenem Gewebe, Hautüberschuss und abgesunkenem Volumen geeignet – etwa nach Schwangerschaft, Stillzeit oder Gewichtsabnahme –, die ein natürliches Ergebnis ohne Implantat wünschen. Ob eine Behandlung möglich ist, hängt von der Qualität der Haut, dem Volumen und dem Bindegewebe ab.
Die Operation dauert länger als eine reine Hautstraffung, da das Gewebe zusätzlich von innen gestützt wird. Eine exakte Haltbarkeit lässt sich nicht garantieren, da sie von verschiedenen Faktoren wie Gewebequalität, Gewichtsstabilität, hormonellen Faktoren und der Zeit abhängt.
Je nach Menge des Hautüberschusses entstehen eine Narbe um den Warzenhof, eine senkrechte Narbe und gegebenenfalls eine Narbe in der Unterbrustfalte. Diese Narben liegen in verdeckten Bereichen und verblassen innerhalb von etwa 12 bis 18 Monaten.
Ein erneutes Absinken wird durch den inneren BH zwar verzögert, aber nicht vollständig verhindert. Schwerkraft, Alterung und Gewichtsschwankungen wirken weiterhin. Ein stabiles Gewicht und eine konsequente Nachsorge sind entscheidend für ein gutes Ergebnis.
Die meisten Patientinnen sind nach etwa sechs bis sieben Tagen wieder gesellschaftsfähig. Sport ist nach rund drei bis vier Wochen wieder möglich. In den ersten Wochen muss der Stütz-BH Tag und Nacht getragen werden.
Die Kosten hängen vom Umfang des Eingriffs sowie von einer möglichen Kombination ab. Sie lassen sich erst nach einer persönlichen Untersuchung seriös benennen. Eine erste Orientierung gibt die Preisübersicht. Den verbindlichen Plan besprechen wir in der Beratung.
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Ob eine Bruststraffung mit innerem BH für dich infrage kommt, klärt sich in einer individuellen Untersuchung.